Werkzeugkasten der Zukunft: Frauen im Handwerk lernen KI-Anwendungen kennen
Warum KI im Handwerk?
Fachkräftemangel und steigender Wettbewerbsdruck zwingen viele Unternehmen, neue Wege zu gehen. KI bietet dabei praktische Unterstützung: Sie kann helfen, Prozesse zu optimieren, Routineaufgaben zu automatisieren und Beschäftigte zu entlasten. Doch trotz zunehmender Digitalisierung ist der Einsatz von KI im Handwerk bislang eher die Ausnahme als die Regel - und häufig noch mit Unsicherheiten verbunden. Genau hier setzte der Workshop an: Hemmschwellen abbauen, Wissen vermitteln und aufzeigen, wie KI sinnvoll und praxisnah integriert werden kann.
Theorie trifft auf praktische Anwendungen
Der Workshop bestand aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Nach einer Einführung in die Grundlagen der KI - Was ist KI? Was kann sie leisten und wo liegen ihre Grenzen? - ging es schnell in die Anwendungswelt:
Besonders wichtig war dabei die Abgrenzung, dass KI nicht im menschlichen Sinne denkt – sie hat kein Bewusstsein, keine Emotionen und keine eigene Intuition. Stattdessen basiert KI auf der Verarbeitung großer Datenmengen, der Erkennung von Mustern und der Anwendung von Algorithmen, um darauf basierend automatisierte Entscheidungen zu treffen. Neben den bekannten Beispielen wie Sprachassistenten, Gesichtserkennung oder autonomes Fahren wurde auch verdeutlicht, welche Rolle KI konkret im Handwerk spielen kann.
KI-Tools für den Arbeitsalltag
In einer praxisorientierten Session erhielten die Teilnehmerinnen einen Einblick in verschiedene KI-Tools. Neben ChatGPT wurden Microsoft Copilot, NotebookLM von Google und Deepl Write vorgestellt. Dabei ging es nicht nur um die Funktionen der Programme, sondern auch um konkrete Anwendungsfälle:
- Wie kann ich mit wenigen Klicks E-Mails automatisieren?
- Wie hilft mir KI bei der Erstellung von Präsentationen oder der Analyse von Daten in Excel?
- Wie kann KI bei der Protokollierung von Meetings eingesetzt werden?
- Welche KI-gestützten Werkzeuge unterstützen mich in der Produktion?
Hier stand der praktische Nutzen im Vordergrund - wie die Teilnehmerinnen die Tools zur Unterstützung ihrer täglichen Aufgaben im Handwerksbetrieb einsetzen können.
Prompting: Der Schlüssel zur Effizienz
Besonders der interaktive Teil zum Thema Prompting kam bei den Frauen gut an. Die Teilnehmerinnen konnten live erleben, wie sich KI-Antworten durch gezielte und präzisere Anfragen deutlich verbessern lassen. Von der einfachen Rezeptsuche bis zur komplexen Analyse von Förderrichtlinien für Bauprojekte – der richtige Prompt macht den Unterschied.
KI im Handwerk: Beispiele aus der Praxis
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Best-Practice-Beispielen aus dem Handwerk. Besonders beeindruckend war das Fallbeispiel von Matthias Brack, einem Unternehmer aus der Wintergartenbranche, der mit einer KI-„Kundenampel“ seine Beratung effizienter gestaltet. Durch die Auswertung von Anfragen durch eine KI können potenzielle Kunden besser eingeschätzt und Angebote gezielter erstellt werden.
Auch die Geschichte von Bäckermeister Axel Schmitt zeigte, wie KI im Alltag unterstützen kann: Mithilfe eines KI-gestützten Regalsystems wird automatisch erkannt, wann Brötchen nachgefüllt werden müssen sowie unter Hinzuziehung des Wetterberichts und des Wochentages das Kaufverhalten der Kunden antizipiert - ein praktisches Beispiel für die Verbindung von traditionellem Handwerk und moderner Technologie.
Diese konkreten Anwendungsfälle inspirierten die Teilnehmerinnen, über den Einsatz von KI in ihren eigenen Betrieben nachzudenken.
Besuch des Robotik- und Simulationslabors
Danach konnten sich die Teilnehmerinnen das Robotik- und Simulationslabor am Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik anschauen. Im Robotiklabor wurden humanoide Roboter vorgestellt. Ebenfalls konnten die Frauen mit Unterstützung von Augmented Reality eine Getriebemontage durchführen. Im Simulationslabor betrachteten die Teilnehmerinnen einen virtuellen Arbeitsplatz mit Hilfe einer vierseitigen Projektionsumgebung, die es ermöglicht, in einer Gruppe einen virtuellen Raum zu begehen.
Offene Diskussion: Chancen, Risiken und Bedenken
In der abschließenden Diskussionsrunde ging es um Fragen, die viele beschäftigten: Wie steht es um den Datenschutz bei KI-Anwendungen? Wie sieht es mit dem Urheberrecht bei KI-generierten Inhalten aus? Wie kann man KI sinnvoll nutzen, ohne sich völlig von ihr abhängig zu machen? Und: Wie wird sich KI langfristig auf das Handwerk auswirken?
Hier war schnell klar: KI ist kein Allheilmittel, aber ein nützliches Werkzeug – wenn es richtig eingesetzt wird. Denn es kann viel Zeit bei den Bürotätigkeiten einsparen, sodass mehr Zeit für das eigentliche Handwerk bleibt.
Fazit: KI als praktisches Werkzeug
Der Workshop hat gezeigt, dass KI im Handwerk weit mehr ist als ein abstraktes Zukunftsthema. Die Teilnehmerinnen nahmen nicht nur praktische Anleitungen mit, sondern auch neue Ideen, wie sie die Tools im eigenen Arbeitsalltag sinnvoll einsetzen können - sei es zur Effizienzsteigerung, zur Vereinfachung von Routineaufgaben oder zur Optimierung von Arbeitsabläufen.
Die Veranstaltung war ein wichtiger Schritt, um Berührungsängste abzubauen und Frauen im Handwerk zu ermutigen, sich aktiv mit digitalen Werkzeugen auseinanderzusetzen. Wer KI als Werkzeug begreift und gezielt einsetzt, gewinnt Zeit, Flexibilität und neue Möglichkeiten.