Richard Kauffmann

Architect of Zionism

Die Dissertation widmet sich Richard Kauffmann – dem deutsch-jüdischen Architekten, der sein Leben halb in Deutschland und halb im britischen Mandats-Palästina, bzw. in Israel verbracht hat.

Kauffmann war 1920 nach Palästina ausgewandert, um eine Stelle bei der Palestine Land Development Company (PLDC) anzutreten. Seit seiner Umsiedlung nach Palästina erarbeitete rund zweihundert teils umgesetzte, teils im Entwurfsstadium verbliebene Projekte. Er hat maßgeblich die Architektur im britischen Mandatsgebiet in der Zeit vor der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel beeinflusst und geformt. Die deutsch-jüdische Kultur, der Kauffmann entstammt, prägte sein Schaffen in dieser Zeit. Seine Übersiedlung von Deutschland nach Palästina war nicht nur biographischer Transfer, sondern wirkte auch als Motor eines kulturellen Transfers und – in der Folge – einer bemerkenswerten kulturellen Verschmelzung. Richard Kauffmann wird in der Arbeit als im eigentlichen Sinne erster Architekt des Zionismus dargestellt.

Als Person, als Architekt und als Kulturtransporter ist Kauffmann bis heute nicht ausreichend erforscht. Seine Bedeutung als Formgeber für eine ganze Ära in Mandats-Palästina und in Israel ist bisher nur fragmentarisch und oberflächlich analysiert und akademisch aufgearbeitet worden. Vor allem ist Kauffmanns professioneller und kultureller Hintergrund, sind seine spezifisch deutschen Wurzeln, besonders die Auswirkung seinen Studienjahren in München bei Theodor Fischer, kaum beleuchtet worden. Die Art und Weise in der Kauffmann seine europäisch-deutsch-jüdisch geprägten Vorstellungen im neuen Kontext des Mittleren Ostens umgesetzt hat, die daraus resultierende Vielfältigkeit seines Schaffens und die bleibende Wirkung seines herausragenden Werks für Architektur und Gesellschaft im jungen Staat Israel stehen im Zentrum der Dissertation.

Die Arbeit basiert auf Quellen, die zum größten Teil noch nie zuvor gesichtet wurden und die in drei Archiven gefunden wurden: in zwei private Archive in Jerusalem und Potomac (Washington DC), und  dem offiziellen Central Zionist Archive (CZA) in Jerusalem. Die Dissertation, die voraussichtlich Ende 2018 vertiggestellt werden wird,  wird durch  den Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) gefördert.