Dr. Annette Becker

Berufstationen

Ich bin in Trier geboren und habe dort 2006 mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Ilmenau meine nBachelor in Mechatronik und meinen Master in Mirko-und nanotechnologie gemacht. 2013 bin ich nach Kassel gekommen um meine Doktorarbeit in der Technischen Physik zu schreiben. Nach dem Abschluss bin ich einfach geblieben.

Mein Fachgebiet

Ich arbeite im Fachgebiet Technische Physik am Institut für Nanostrukturtechnologie und Analytik.

Worüber forsche ich?

Ich forsche über die so genannte Linienbreite von Quantenpunkt-Halbleiterlasern für die Telekommunikation.

Meine Forschung kurz erklärt:

Informationen werden im Internet durch infrarotes Licht übertragen. Dieses Licht hat die Form einer Welle. Die Position des Wellenberges wird ähnlich wie die Buchstaben im Alphabet verwendet, um die Informationen zu schreiben. Weil die Position des Wellenbergs leicht schwankt, kann nur eine bestimmte Menge Information gleichzeitig übertragen werden. Ähnlich, als wenn die Buchstaben sehr breit wären und man dadurch nur wenige Wörter auf ein Blatt schreiben könnte. Diese Eigenschaft nennen wir Linienbreite. Mit unseren  Quantenpunkt-Lasern wollen wir die Bewegung der Wellenberge einschränken, also die Buchstaben kleiner machen. Damit wird mehr Information übertragen und das Internet schneller.

Dadurch wurde mein Interesse an meinem Beruf und an der Wissenschaft geweckt:

Ich fand Technik schon als Kind sehr spannend und wollte später mal werden wie Daniel Düsentrieb. Mein Physiklehrer hat in der 11. Klasse mit uns den nanoTruck des BMBF besucht und es hat mich sehr fasziniert, dass sehr kleine Dinge ganz neue Eigenschaften haben. Ab da wusste ich, dass ich irgendwas mit Nano machen will.

An meiner Arbeit macht mir Spaß,

dass ich als Forscherin vieles als erster Mensch sehe und mache. Ich mache immer wieder etwas Neues und kein Tag ist gleich. Wie ein kleines Abenteuer, nur halt an der Arbeit.

Ich arbeite mit spannenden Dingen, wie zum Beispiel:

Im Reinraum am Institut für Nanostrukturtechnologie und Analytik gibt es viele spannende Geräte, aber am liebsten mag ich das Rasterelektronenmikroskop. Das ist ein Mikroskop, das Elektronen statt Licht verwendet und damit noch kleinere Sachen sichtbar macht. Weil unsere Laser so klein sind (ein Zwanzigstel Haar breit und gerade mal 1 mm lang), können wir sie anders nicht erkennen. Wir haben aber zum Beispiel auch schon mal Haare und Eierschalen betrachtet, das war sehr spannend, weil vieles auf der Nanoskala ganz anders aussieht.

Diese Eigenschaften haben mir auf meinem Weg besonders geholfen:

Meine Neugier und Freude am Lernen haben mir im Studium sehr geholfen. Später als Doktorandin hat mir mein Trotzkopf – oder positiver: meine Beharrlichkeit – geholfen, nicht einfach alles hinzuschmeißen.

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Angehenden Forschenden würde ich mit auf den Weg geben,

was mir mein erster Betreuer mitgegeben hat. Als ich ihm traurig und mit etwas schlechtem Gewissen erzählte, dass mein Versuch total schiefgegangen ist, schaute er mich an und sagte einfach nur: „Willkommen in der Wissenschaft!“ Ich höre das bis heute, wenn etwas  nicht so klappt, wie es soll. Es erinnert mich, dass Rückschläge normal sind und zur Forschung dazu gehören. Man lernt aus negativen Ergebnissen genau so viel, wie aus positiven.

Warum sollten Schülerinnen diesen Berufsweg einschlagen?

Wenige Fächer sind so vielseitig, wie die Nanotechnologie, weil sie alle klassischen Naturwissenschaften umfasst und viele Möglichkeiten für fächerübergreifende Forschung bietet. Wer sich forscherisch austoben will, ist bei uns richtig!

Niki Nakayama

Im Japanischen gibt es dieses Wort „kuyashii“, das so viel bedeutet, wie: wenn dich jemand runtermacht oder dir sagt, dass du etwas nicht kannst, dass du dann das brennende Bedürfnis hast, ihnen zu zeigen, dass sie falsch liegen.

Niki Nakayama