EMMD (ADS Bund)
Strukturelle Diskriminierung in der Rechts- und Beratungspraxis - Entwicklung von Methoden der mehrdimensionalen Diskriminierungsforschung
Verbundprojekt der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Arbeitsbereich Gender & Diversity Studies, Prof. Dr. Tina Spies) und der Universität Kassel (Fachbereich Soziologie der Diversität, Prof. Dr. Elisabeth Tuider)
Das Verbundprojekt „EMMD“ (Laufzeit 05/2023 - 06/2024, finanziert durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes) entwickelt und erprobt eine innovative Methodenkopplung, um strukturelle Diskriminierungen und Ungleichheiten in ihrer intersektionalen Verwobenheit zu untersuchen.
Der Fokus des Vorhabens richtet sich auf mehrdimensionale Diskriminierung, d.h. das spezifische Zusammentreffen unterschiedlicher Diskriminierungsachsen im Sinne des AGG (Baer et al. 2010). Es fragt, wie in der Rechts- und Beratungspraxis Diskriminierung konzipiert und mit mehrdimensionaler Diskriminierung umgegangen wird. Das Forschungsvorhaben schließt damit sowohl auf methodischer als auch auf empirischer Ebene eine Forschungslücke hinsichtlich der Erfassung und Bearbeitung mehrdimensionaler Diskriminierung. „EMMD“ arbeitet darauf hin,
- eine intersektionale Methodenkopplung zu erproben, um mehrdimensionale Diskriminierung entlang der in § 1 AGG aufgeführten Kategorien auf struktureller Ebene angemessen zu verstehen und
- mehrdimensionale Diskriminierung systematisch in der Rechts- und Beratungspraxis zu untersuchen und die Ergebnisse in Empfehlungen zum Umgang mit mehrdimensionaler Diskriminierung für Berater*innen in der Antidiskriminierungsarbeit aber auch für die Fortbildung von Jurist*innen zu transferieren.
Das Projekt ist angesiedelt an der Christian-Albrechts-Universität Kiel (Arbeitsbereich Gender & Diversity Studies) und der Universität Kassel (Fachgebiet Soziologie der Diversität) und wird in Kooperation mit dem Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein (advsh) e.V. und Basis und Woge e.V. Hamburg durchgeführt.