Promotionen: Floris Bernhardt

Die Dissertation „Living Locked Down – Wohnen in Gemeinschaft während und nach der Pandemie“ untersucht die Transformation der alltäglichen Praxis gemeinschaftlichen Wohnens im Kontext der COVID‑19-Pandemie.

Die Studie geht von der Annahme aus, dass gemeinschaftliches Wohnen als dynamischer Prozess verstanden wird, und beleuchtet, wie sich Verhaltensanpassungen, veränderte Wohnbeziehungen und modifizierte Wohnsituationen im Zuge der Pandemie herauskristallisieren. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit der Lockdown als Katalysator für diese Veränderungen wirkt und unter welchen sozio‑strukturellen Bedingungen das Wohnen als mehr oder weniger belastend empfunden wurde. Zudem wird analysiert, wie das Konzept von Gemeinschaft im Wohnen – sowohl während der akuten Krisenphase als auch in der Post‑Pandemie‑Zeit – neu interpretiert und praktisch umgesetzt wird. Als methodischer Ansatz kommen leitfadengestützte Interviews mit unterschiedlichen Haushaltskonstellationen sowie die Auswertung von Studierendenessays aus der akuten Lockdown-Phase im Untersuchungsgebiet Kassel zum Einsatz. Ziel ist es, die zugrunde liegenden Mechanismen der (Re‑)Konfiguration von Wohnbeziehungen systematisch zu erfassen und einen Beitrag zur Diskussion über nachhaltige sowie resiliente Wohnkonzepte in Krisenzeiten zu leisten.