Wissen: Das Kompetenzzentrum untersucht Geschlecht als Wissenskategorie und betrachtet sowohl individuelle als auch kollektive Wissensordnungen, die Geschlechterverhältnisse strukturieren und durch Geschlechterverhältnisse strukturiert werden. Dies umfasst sowohl kognitive Prozesse als auch soziale Strukturen und Diskurse, durch die Geschlecht konstruiert und reproduziert wird. Ziel ist es, interdisziplinär zu analysieren, wie Wissen über Geschlecht entsteht, vermittelt und verändert wird.
Ordnungen: Geschlecht ist tief in gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und rechtliche Ordnungen eingebettet. Das Kompetenzzentrum erforscht, wie Geschlecht als Strukturprinzip soziale und institutionelle Prozesse beeinflusst, stabilisiert oder transformiert. Dabei werden historische und gegenwartsbezogene Ordnungsbildungsprozesse analysiert, insbesondere im Hinblick auf ihre vergeschlechtlichten und vergeschlechtlichenden Mechanismen und normativen Wirkungen.
Kritik: Die Geschlechterforschung in Kassel verfolgt eine macht-, herrschafts- und ungleichheitskritische Perspektive. Sie untersucht nicht nur die Auswirkungen vergeschlechtlichter Strukturen, sondern reflektiert auch die eigene epistemologische Verfasstheit. Ziel ist es, gesellschaftliche Prozesse sichtbar zu machen, Deutungsmuster zu hinterfragen und emanzipatorische Perspektiven zu entwickeln.