Aufbau und Ziele

Ziele des Studienprogramms

Das Studienprogramm Geschlechterforschung hat das Ziel, durch ein strukturiertes Lehrangebot Studierenden wissenschaftlich analytische Fähigkeiten zu vermitteln, die Entstehung, Wirkung und Bedeutung von Geschlechterverhältnissen in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten zu analysieren und deren Anwendung in den Praxisbereichen zu zeigen. Der kritische Blick auf Geschlechterverhältnisse, auf die Herstellung und Deutungen von Differenzen zwischen den Geschlechtern gibt innovative Impulse für die Überprüfung wissenschaftlicher Feststellungen und Normalitätsbehauptungen, ermöglicht die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Fragestellungen und eröffnet neue Forschungsfelder. Für die Gegenwart sind Erkenntnisse über die Relevanz historischer, kultureller, sozialer und politischer Prozesse der Differenzierung innerhalb wie zwischen den Geschlechtern, der Verschränkung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen mit Geschlechterordnungen unabdingbare Voraussetzungen für die Theorie und Praxis der demokratischen Gestaltung von Gesellschaften und Institutionen und die Analyse internationaler und interkultureller Entwicklungen.

Die interdisziplinäre Verbindung des Studienprogramms ermöglicht, die Erkenntnisweisen verschiedener Fächer kennen zu lernen und sie methoden- und erkenntniskritisch in die jeweiligen Disziplinen zurückzutragen. Die Perspektive auf die Geschlechterverhältnisse schärft die Einsicht in die unterschiedliche Verbindung von Theorie und Praxis der einzelnen Wissenschaften und deren Wirkung innerhalb der symbolischen Ordnung einer Gesellschaft.

Teilnehmer*innen

Das Studienprogramm Geschlechterforschung kann von Bachelorstudierenden ab dem zweiten Semester belegt werden. Masterstudierende sowie Promovierende können bereits im ersten Semester mit dem Zertifikat beginnen.

Aufbau des Studienprogramms

Das Studienprogramm umfass zweit Module:

  • Modul 1: Theorien und kulturelle Konstruktionen von Geschlecht
  • Modul 2: Geschlechterverhältnisse und Handlungsstrategien

Insgesamt müssen 6 SWS bzw. drei Lehrveranstaltungen erfolgreich absolviert werden. Es werden entweder zwei Veranstaltungen in Modul 1 und eine Veranstaltung in Modul 2 besucht oder umgekehrt. 

Für den Erwerb des Zertifikats müssen beide Module erfolgreich absolviert werden; je nach Wahl Modul 1 mit zwei Veranstaltungen und Modul 2 (als Teil-Modul) mit einer Veranstaltung oder umgekehrt. Die Veranstaltungen müssen in mindestens zwei Fächern des Studienprogramms belegt werden, wobei ein Fach das eigene Studienfach sein muss.

Für das Zertifikat werden nur Veranstaltungen anerkannt, die im Rahmen des des Studienprogramm Geschlechterforschung im Vorlesungsverzeichnis angeboten werden.

Belegungspflicht besteht für die jeweils im Wintersemester stattfindende interdisziplinäre Einführungsvorlesung mit Tutorium in verschiedene Theorieperspektiven der Geschlechterforschung und das dazugehörige Tutorium. Die Einführungsvorlesung kann für beide Module angerechnet werden.

Qualifikation und Zertifikat

Absolvent*innen des Studienprogramms erhalten nach ihrem Studienabschluss ein Zertifikat über die Zusatzqualifikation im Bereich der Geschlechterforschung. Sie verfügen neben den inhaltlichen Kenntnissen der Geschlechterforschung über Erfahrungen in interdisziplinärer Zusammenarbeit und der Entwicklung fächerübergreifender Forschungsfragestellungen.

Anmeldung

Bis drei Wochen nach Beginn der Vorlesungszeit kann sich für das Studienprogramm Geschlechterforschung schriftlich bei der Koordination angemeldet werden. Bitte verwenden Sie das Anmeldeformular.

Informationsveranstaltung

Zu Beginn jedes Semesters wird eine Informationsveranstaltung zum Studienprogramm angeboten. Der genaue Termin wird rechtzeitig auf der Homepage und im Vorlesungsverzeichnis bekannt gegeben.

Geschichte des Studienprogramms

Das Studienprogramm Geschlechterforschung an der Universität Kassel wurde im Wintersemester 2005/2006 als Interdisziplinäres Studienprogramm Frauen- und Geschlechterforschung durch die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Frauen- und Geschlechterforschung ins Leben gerufen. Die interdisziplinäre Struktur des Angebotes ermöglicht es den Studierenden, über die Fächergrenzen hinaus Perspektiven und Methoden verschiedener Disziplinen zur Analyse von Geschlechterverhältnissen miteinander zu verknüpfen. Seit dem Sommersemester 2006 können auch Promotionsstudierende am Studienprogramm teilnehmen.